Höhere Strompreise und Gaspreise 2011

Der größte Teil der Verbraucher in Deutschland muss im nächsten Jahr mehr für Strom oder Gas bezahlen. So haben sich bislang 622 Versorger konkrete Strompreiserhöhungen um bis zu 19,4% für 2011 vorgenommen. Diese geht aus einer aktuellen Erhebung des Verbraucherportals toptarif.de hervor. Beim Gas planen knapp 90 Unternehmen ihre Preise im Januar und Februar des nächsten Jahres um bis zu 22% anzuheben

Neben zahlreichen Stadtwerken planen auch mehrere Großversorger ihre Stromtarife zum Jahreswechsel zu verteuern. Betroffen von den steigenden Stromkosten sind mehr als 30 Millionen Haushalte in Deutschland.

„Hinsichtlich der aktuellen Erhöhungswelle argumentieren die Stromkonzerne mit der stark gestiegenen Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien, deren Kostenzuwächse an die Endkunden weitergereicht werden müssten”, erklärt Daniel Dodt von toptarif.de. „Im Mittel bewegen sich die angekündigten Preiserhöhungen im Bereich der Zunahme der EEG-Umlage.”

Die Reaktionen der Versorger variieren jedoch stark, das zeigt ein Blick auf die einzelnen Preisänderungen. Während 341 Unternehmen die Erhöhung der EEG-Umlage nur teilweise an ihre Kunden weiterreichen, liegen die Preissteigerungen bei 137 Anbietern teils deutlich über den reinen Zusatzkosten aus der Umlage. 144 Stromversorger geben die höheren Förderkosten der Erneuerbaren Energien in etwa eins zu eins an die Endverbraucher weiter.

Wie stark sich die Erhöhungen im Einzelfall auswirken, hängt neben den jeweiligen Markt- und Beschaffungsstrategien aber auch davon ab, wann und wie die einzelnen Unternehmen zuletzt ihre Tarife angepasst haben. So haben rund die Hälfte aller Grundversorger ihre Preise in diesem Jahr konstant gehalten oder sogar gesenkt – trotz der vorangegangenen Erhöhung der EEG-Umlage zum Jahresbeginn.

„Die uneinheitliche Entwicklung auf dem Gasmarkt, die während des gesamten letzten Jahres zu beobachten war, setzt sich auch in den kommenden Wochen fort”, führt Dodt aus. Während die Gaspreise bei mindestens 89 Unternehmen im Januar und Februar zulegen, wird es bei 27 Anbietern um durchschnittlich 5,5 Prozent bzw. 77 Euro günstiger.

„Mit Blick auf die unterschiedlichen Beschaffungsstrategien der Unternehmen nimmt die Preisschere zwischen den Anbietern weiter zu”, so Dodt. Gasversorger, die sich primär über langfristige Lieferverträge eindecken, haben in der Preissetzung einen verstärkten Anpassungsdruck nach oben. Grund hierfür sind steigende Ölpreise, an die die Entwicklung des Gaspreises in den Lieferverträgen im Regelfall gekoppelt ist. Andere Anbieter hingegen, die sich über den freien Gasmarkt verstärkt mit günstigerem Gas eindecken können, haben Möglichkeiten, diese Vorteile an ihre Kunden weiterzugeben.

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